Kaum ein anderer Lebensraum bietet eine solche Artenvielfalt wie das Meer. Zu Zeiten des traditionellen Fischfangs konnten sich Fischschwärme trotzdem ausreichend fortpflanzen, ein Gefahrenpotenzial war nicht zu erkennen. Doch seitdem im Fischfang vornehmlich industrielle Methoden angewandt werden, leidet eine Vielzahl von Arten unter Überfischung. Sie sterben aus oder wandern ab.
Warum Artenvielfalt im Meer so wichtig ist
Dass dadurch das gesamte Ökosystem gefährdet ist, wissen viele nicht. Eine Art mehr oder weniger, was macht das schon aus? Eine ganze Menge! Unser gesamter Planet ist vom Ökosystem Meer abhängig. Kippen die Gewässer, gefährdet das ausnahmslos jedes Lebewesen – auch den Menschen.
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Trendbox entdeckenGefahren für das Ökosystem Meer
Im Mittelmeer finden sich 10.000 bis 12.000 verschiedene Arten von Lebewesen. Damit bietet dieser Lebensraum eine der höchsten Biodiversitäten weltweit. In den vergangenen 50 Jahren sind jedoch bereits 34 % der Fischbestände und 41 % der Meeressäugetiere ausgestorben oder abgewandert. Grund dafür ist einerseits die industrielle Fischerei: 93 % der Fischbestände sind laut der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission überfischt, beispielsweise die europäische Sardelle (Zahlen Stand 2017). Zudem bedingt dies die Nahrungsknappheit im Lebensraum Meer, weshalb Arten abwandern müssen. Der Mensch zerstört somit das stabile Natursystem „fressen und gefressen werden“. Es entsteht ein Ungleichgewicht der Artenvielfalt, das das gesamte Ökosystem bedroht. Doch damit nicht genug: Auch der Klimawandel und die drastische Zunahme der Umweltverschmutzung bergen weitere Gefahren für Fische, Meeressäugetiere und Pflanzen.
Überfischung – der Hauptübeltäter
Traditioneller Fischfang bot den Meeresbewohnern die Möglichkeit, sich und ihre Umgebung zu regenerieren. Doch mit dem Aufkommen industrieller Fangmethoden wurde dies schlichtweg übergangen. So reichen moderne Apparaturen immer tiefer auf den Meeresgrund. Dort lebende Tiere und Pflanzen sind jedoch deutlich empfindlicher als in höheren Meereslagen. Sie pflanzen sich später fort und benötigen mehr Zeit zum Regenerieren – wenn sie dazu überhaupt fähig sind. Der industrielle Fischfang erhöht also nicht nur die Fangmenge, sondern zerstört auch empfindlichste Lebewesen und Ökosysteme auf dem Meeresboden. Des Weiteren verenden jährlich über 30 Millionen Tonnen Lebewesen als Beifang.
Illegale Fischerei
Die langfristigen Gefahren von Überfischung erkannten Forscher*innen schon früh. Doch die zugelassenen Fangquoten überschreiten die wissenschaftliche Empfehlung. Zudem stellt illegale Fischerei eine große Gefahr dar. Dazu fahren Fischer in Gebiete hinaus, die kaum oder gar nicht überwacht werden. Dort beuten sie die Artenvielfalt aus und schädigen das Ökosystem nachhaltig. Aber wieso fängt die Fischindustrie mehr Fisch, als sich selbstständig nachbilden kann? Kurzfristiger Gewinn ist für die Unternehmen oft wichtiger als langfristig nachhaltige Fischerei. Dabei übersehen sie, dass vor allem die für die Branche wichtigen Fischbestände betroffen sein werden. Ein Zusammenbruch der Fischindustrie wäre somit unumgänglich, sofern nicht entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.
Was jetzt zu tun ist
Um dem Zusammenbruch entgegenzuwirken, sind sofortige Maßnahmen notwendig. Die Fangquoten müssen an wissenschaftliche Empfehlungen angepasst und entsprechend auch kontrolliert werden – überall. Doch das übersteigt natürlich die Möglichkeiten einzelner Verbraucher*innen. Was kannst du als Einzelperson also tun? Es ist wichtig, Fisch und Meeresfrüchte bewusst zu genießen. Frage nach, woher der Fisch stammt. Das ist als Konsument*in dein gutes Recht. Gegebenenfalls solltest du entsprechende Arten aus gefährdeten Gebieten meiden. Dazu findest du unterschiedlichste Fischratgeber. Diese empfehlen je nach Herkunft, welche Fischsorten du guten Gewissens genießen kannst – und welche nicht. Einen solchen Ratgeber gibt es zum Beispiel von Greenpeace.
Mehr pflanzliche Alternativen
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