Kaum eine Branche ist wohl so schnelllebig wie die Mode. Was gestern total hip war, ist heute schon wieder vollkommen out und kann eigentlich in die Tonne. Was das für unsere Umwelt bedeutet, kann man sich wohl ausmalen. Doch auch der Markt für Sustainable Fashion wächst. Auch immer mehr günstige Marken setzen auf nachhaltige Eco-Linien. Aber was macht faire Mode eigentlich aus, wie erkennst du sie und wie kannst du selbst deinen Kleiderschrank nachhaltiger gestalten?
Fast Fashion und ihre Folgen
Frühling, Sommer, Herbst und Winter – gab es früher noch vier Kollektionen pro Jahr, bringen die großen Modelabels heute meist mehr als doppelt so viele jährlich auf den Markt. Kein Wunder, dass da die Kleiderschränke und Altkleidercontainer überquellen. Fast Fashion macht's möglich. Die fatale Kombination aus schlechter Qualität und Billigpreisen führt zu einer kürzeren Nutzungsdauer der Kleidungsstücke und fördert die Wegwerfmentalität. Und darunter leidet am Ende nicht nur die Umwelt. Dumpinglöhne und schlechte Produktions- und Arbeitsbedingungen sind im Wegwerfmodegeschäft an der Tagesordnung. Höchste Zeit, dass sich was tut. Höchste Zeit für Slow Fashion.
Neue Marken jeden Monat in deiner Trendbox entdecken.
Trendbox entdeckenMach mal langsam
Wie der Name schon erahnen lässt, ist Slow Fashion der genaue Gegenentwurf zu Fast Fashion. Im Klartext: Qualität statt Quantität – der Umwelt, den Produzenten und den Konsumenten zuliebe. Das Konzept will Mode „entschleunigen“. Heißt konkret: die Produktion verlangsamen, um damit auch die Arbeitsbedingungen für die Näherinnen zu verbessern und Transparenz im Produktionsprozess zu schaffen. So soll langfristig auch ein Bewusstseinswandel im Umgang mit Mode auf Kundenseite herbeigeführt und ein nachhaltiges Konsumverhalten etabliert werden. Statt ständig neue und oft billige Klamotten zu kaufen, sollten wir als Kunden lernen, Qualität wertzuschätzen und Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt zu übernehmen, indem wir unser Konsumverhalten ändern.
Echt fair und ultra hip
Es gibt unterschiedliche Wege, wie du einen fairen und nachhaltigen Umgang mit Mode in deinen Alltag integrieren kannst. Den miefigen Ökosocken-Charme von einst hat Fair Fashion längst abgelegt. Immer mehr hippe Labels setzen auf Nachhaltigkeit und ermöglichen es auch dir, deinen Kleiderschrank ruckzuck auf Slow Fashion umzustellen. Bei BeWooden zum Beispiel findest du zauberhafte Accessoires, Schmuck und Taschen, für die ungenutzte Holz- und Lederreste mit viel Liebe zum Detail aufgearbeitet werden.
Erkennen kannst du faire Mode übrigens auch an speziellen Siegeln wie dem Global Organic Textile Standard (GOTS). Er hat strenge ökologische und soziale Kriterien entsprechend der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die strengsten Richtlinien für eine nachhaltige und soziale Textilproduktion in Europa hat das Siegel „Naturtextil IVN zertifiziert BEST“ vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN).
Slow Fashion: 5 Tipps, die du umsetzen kannst
Aber Slow Fashion ist bei unseren liebsten Eco-Labels noch längst nicht am Ende. Mit diesen fünf Tipps kannst du das Konzept ganz easy umsetzen – und Spaß macht das Ganze auch noch.
1. Second Hand
Second Hand zu kaufen, ist längst kein No-Go mehr. Nirgends lässt sich so wunderbar nach Unikaten, raren Vintage-Teilen und begehrten It-Pieces stöbern wie im Second-Hand-Shop. In Großstädten wie Berlin findet man nahezu an jeder Ecke einen Laden mit Klamotten, die ein zweites Leben verdienen. Das gute alte WWW macht Second-Hand-Shopping aber auch außerhalb der Städte und unabhängig von Ladenöffnungszeiten möglich. Auf Plattformen wie Vinted (früher Kleiderkreisel) kannst du nicht nur nach Herzenslust shoppen, sondern auch selbst deine abgelegten Teile verkaufen. So bleiben deine Kleidungsstücke viel länger im Umlauf.
2. Kleider leihen
Leihen statt kaufen heißt hier die Zauberformel, mit der du nicht nur bewusster an das Thema Mode herangehst, sondern auch noch Geld sparst. Angebote wie die Kleiderei machen's möglich: Dort leihst du dir mehrere Teile aus und tauschst sie, so oft du magst.
3. Kleider tauschen
Oder wie wäre es mit Tauschen? Das kannst du auf einer Kleidertauschparty tun. Das Konzept ist so einfach wie genial: Jeder Gast bringt seine ausrangierten Schätze mit und tauscht sie gegen die der anderen Partygäste. So ein Event kannst du entweder privat mit deinen Freunden veranstalten oder du gehst zu einer öffentlichen Party. Eine kurze Suche im Netz verrät dir bestimmt, wo so eine Veranstaltung in deiner Nähe stattfindet.
4. Upcycling statt wegschmeißen
Wenn du ohnehin ein bisschen bastelaffin und handwerklich begabt bist, kannst du aus alten Kleidern auch easy neue machen. Hier etwas umnähen. Da ein bisschen kürzen. Mit etwas Fantasie und Geschick wird aus einer ehemaligen Shirt-und-Rock-Kombi ganz fix dein neues Lieblingskleid und aus einem schnöden T-Shirt lässt sich mit einer Schere ruckzuck ein hippes Fransentop schneidern.
5. Capsule Wardrobe
Noch ein Konzept, um deinen Kleiderschrank fair zu gestalten, ist die sogenannte „Capsule Wardrobe“. Das Prinzip: die Garderobe auf wenige, dafür vielseitige Lieblingsteile reduzieren, die gut kombinierbar und zeitlos sind. Alle drei Monate, also saisonal, wird die Capsule Wardrobe einmal durchgegangen – nur wenn wirklich etwas fehlt, wird es dazugekauft.
Stand heute
Seit diesem Beitrag hat sich bei einigen Anbietern etwas getan (Stand September 2026):
- Kleiderkreisel und Mamikreisel laufen seit November 2020 unter dem Namen Vinted (TextilWirtschaft).
- Das im Original erwähnte Jeans-Leasing von Mud Jeans wurde eingestellt (WWD); im August 2026 hat Mud Jeans Insolvenz angemeldet (just-style).
- Der Kinderkleidungsverleih Kilenda ist nicht mehr online.
- Die Kleiderei verleiht weiterhin Mode und hat Läden in Köln, Freiburg, Berlin, Stuttgart und Hamburg.
Mehr für deinen nachhaltigen Alltag
Noch mehr Ideen, wie du nachhaltiger lebst, findest du in unserem Guide für deinen grünen Alltag.




