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Make-up früher vs. heute – die Entwicklung der Beautyindustrie

Vom alten Ägypten bis zur modernen Schönheitsindustrie: So hat sich Make-up im Laufe der Menschheitsgeschichte verändert.

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Make-up früher vs. heute – die Entwicklung der Beautyindustrie

Make-up ist seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der menschlichen Kultur, der sich im Laufe unserer Geschichte kontinuierlich verändert hat und sich auch heute stetig weiterentwickelt. Vom antiken Ägypten bis zur modernen Schönheitsindustrie haben sowohl die Technologie als auch die Einstellung gegenüber Kosmetik große Fortschritte gemacht. Schminke hatte seit ihren Anfängen schon eine soziale Bedeutung, die sich immer wieder gewandelt hat. Heute achten wir vermehrt auf tierversuchsfreie und vegane Beautyprodukte, aber der Weg hierhin war sehr lang. Hier zeigen wir dir die Entwicklung der Beautyindustrie von der antiken Zivilisation bis zur modernen Ära.

Die Anfänge von Make-up im alten Ägypten

Bereits in der Antike spielte Make-up eine große Rolle. Es wurde aus ästhetischen, aber auch aus rituellen Gründen aufgetragen. Wir starten unsere Reise durch die Make-up-Geschichte im alten Ägypten, denn die alten Ägypter waren bekannt für ihre umfangreiche Verwendung von Schminke. Sie verwendeten natürliche Substanzen wie schwarzen Kohl, um die Augen zu betonen, rote Ockerfarben für Lippen und Wangen, Henna für die Nägel und verschiedene Materialien für Parfum. Dies diente nicht nur der Schönheit, sondern hatte auch rituelle und schützende Bedeutungen im Zusammenhang mit ihren religiösen Überzeugungen. Man wollte so nah an die Götter herankommen wie möglich. Zudem war es ein Statussymbol. Perücken und Öle für Haut und Haar waren ebenfalls keine Seltenheit. Im alten Ägypten war es ganz normal, dass sich Männer und Frauen schminkten. Das Make-up schützte auch vor der strahlenden Sonne.

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Das antike Griechenland

Im antiken Griechenland, und später in Rom, war es ähnlich: Sowohl griechische als auch römische Frauen und Männer trugen Make-up, das oft aus Blei, Zinnober und anderen giftigen Substanzen hergestellt wurde. Es wurde verwendet, um sozialen Status zu zeigen und die Schönheit zu betonen. Blasse Haut galt als Schönheitsideal, weshalb man sich mit toxischem Bleiweiß oder Kreide bemalte. Darüber wurden Rouge, Puder, Wimperntusche, Lidschatten und Lippenfarbe aus natürlichen Materialien wie beispielsweise gemahlenen Steinen, Erzen, Pflanzen und Beeren aufgetragen. Auch Mandel- und Olivenöl spielten eine große Rolle in den frühen „Beautyprodukten“. Die Augenlider und Wimpern wurden mit schwarzem Kohl aus verbranntem Holz oder Harz betont, die Lippen mit zerquetschten Beeren oder Wurzeln verschönert und das Rouge bestand meist aus rotem Ocker. Auch Haare wurden schon gebleicht, um das beliebte Blond zu imitieren.

Das antike Rom

Die Römer haben viele dieser Praktiken und Ideale übernommen, sie aber über die Jahre weiterentwickelt. Das weiße Bleipuder und die blasse Haut blieben im Trend, besonders bei Wohlhabenden. Auch tierische Fette und Stärke wurden Teil der aufhellenden Mittel. Die Augen betonte man weiterhin mit Kohl, Ruß oder verbranntem Kork, aber auch die Augenbrauen wurden im alten Rom dunkel gefärbt. Lippen und Wangen schminkte man weiterhin rot, und zwar mit pflanzlichen und mineralischen Stoffen wie Zinnober oder rotem Ocker. Auch Parfums und Öle waren beliebt. Blonde Haare, die Haarfarbe der Göttinnen, blieben ebenfalls ein Schönheitsideal und man trug Echthaarperücken. Auch Färbungen in verschiedene Farben mit natürlichen Pigmenten, Pflanzenölen oder Henna waren möglich. Wohlhabende Männer und Schauspieler benutzten ebenfalls Schminke, allerdings wurde Kosmetik vorrangig von Frauen verwendet.

Make-up im Mittelalter

Aufgrund religiöser Einflüsse wurde Make-up im Mittelalter kaum verwendet, da es als unmoralisch angesehen oder mit Hexerei in Verbindung gebracht wurde. Eitelkeit galt ebenfalls als Sünde. Das Schönheitsideal war daher recht natürlich, allerdings gab es dennoch einige Produkte und Praktiken, um sich schön zu schminken. Blässe galt weiterhin als attraktiv und als Zeichen von Reichtum und Adel. Zur Aufhellung wurde hier vorrangig Kreide verwendet. Die Haare wurden in praktischen Flechtfrisuren getragen. Im Spätmittelalter wurde der Haaransatz gezupft, um eine hohe Stirn zu suggerieren, die zu der Zeit Trend war. Weiteres Make-up war fast nicht existent. Manche Frauen benutzten noch leichtes Rouge aus Schminkwurz oder ähnlichen Naturmaterialien, Lippen und Augen wurden kaum bis gar nicht betont.

Die Renaissance

In der Renaissance wurden die Ideale des antiken Rom und Griechenland wiedergeboren. Dazu gehörten auch die Schönheitsideale und Schminkpraktiken. Die für Wohlstand stehende Blässe wurde durch weißes Blei wieder zur Aufhellung der Haut verwendet und auch Wangen und Lippen wurden erneut mit rotem Ocker oder Cochenille rosig und rot geschminkt, um Jugend und Vitalität auszustrahlen. Auch die Augen und Brauen wurden dunkel betont. Die Augenbrauen wurden entweder dünn gezupft oder entfernt und dann mit Kohle oder Ruß nachgezeichnet. Blonde Haare blieben beliebt und damit auch Bleichmittel, aber auch kunstvolle Perücken waren gefragt. Mit dem Wohlstand stieg auch die Komplexität der Haarteile. Auch Parfums wurden wiederentdeckt und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Leider bestanden viele Produkte dieser Zeit aus gesundheitsschädlichen Substanzen wie beispielsweise Blei und Quecksilber, weshalb Hautschäden, Vergiftungen und generelle gesundheitliche Probleme keine Seltenheit waren. Diese Risiken waren zwar bekannt, aber nicht so wichtig wie Schönheit – ganz getreu dem Motto „Wer schön sein will, muss leiden.“

Innovation im 19. Jahrhundert

Nun sind wir im 19. Jahrhundert angekommen. Hier spielen die industrielle Revolution, Kommerzialisierung und der gesellschaftliche Wandel eine große Rolle. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts erfreute sich dezentes viktorianisches Make-up großer Beliebtheit und auffällige Looks waren eher aus der Mode gekommen. Frauen verwendeten Gesichtswasser und Cremes, um ein sauberes und gesundes Hautbild zu erzielen. Einige benutzten auch leichtes Rouge aus Schminkwurz oder Roter Bete. Sonst war Pflege wichtiger als Schminke.

Mit der Industrialisierung gab es mehr Kosmetikprodukte und mehr Akzeptanz dafür. Die ersten Kosmetikmarken wurden gegründet. Damit verbesserten sich die Rezepturen und mehr Menschen konnten sich Kosmetik leisten. Besonders Puder aus Bestandteilen wie Reisstärke und Zinkoxid war sehr beliebt. Er hellte den Teint auf und erzeugte einen matten Look. Auch die Popularität von Parfum stieg weiter. Eine ganz neue Besonderheit: Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beeinflussten Modemagazine und -kataloge Schönheitsideale und verbreiteten Trends in einer vorher völlig undenkbaren Art und Weise. Die Kosmetikprodukte verbesserten sich stetig, dennoch gab es weiterhin gefährliche Inhaltsstoffe.

Neue Trends im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert gab es so viele unterschiedliche Trends und Epochen wie nie zuvor. Jede Dekade brachte ihren eigenen Stil mit sich. Daher fokussieren wir uns hier nur auf einige Veränderungen und beleuchten diese nicht so ausführlich wie die vorangegangenen Epochen. Wichtig ist, dass die Filmindustrie starken Einfluss auf das Verständnis von Schönheit hatte.

Besonders bekannt sind die Roaring Twenties, die mit extravagantem Stil, Glamour und viel Make-up eine dezentere Zeit ablösten. Dunkel geschminkte Augen, rote Lippen und betonte Augenbrauen galten als Schönheitsideal. Die Looks von Filmstars und neue Brands beeinflussten die Ideale der 30er- bis 50er-Jahre. Einige prägende Schauspielerinnen sind Greta Garbo, Marlene Dietrich und später Marilyn Monroe und Audrey Hepburn. Auch heute noch ist dieses Phänomen deutlich.

Von den bunten 60ern bis zum No-Make-up-Look der 90er

Ab den 60ern wurde es bunter und experimenteller. Besonders kräftige und farbenfrohe Lidschatten waren in den 60er- bis 80er-Jahren nicht wegzudenken. Während die 60er von Jugendkultur, einem puppenartigen Look, stark betonten Augen und dezenten Lippen geprägt waren, wurde es in den 70ern natürlicher. Die Hippiebewegung ersetzte Foundation durch Cremes und setzte auf Erdtöne. Die Disco-Bewegung hingegen war bunt, knallig und extravagant. In den 80ern wurde es noch bunter, knalliger und mutiger. Kräftige oder Neonfarben waren nicht wegzudenken. Außerdem wurden Highlighter und Contouring beliebt. Stars wie Madonna, Cyndi Lauper oder David Bowie inspirierten die Trends.

In den 90ern wurde es wieder dezenter. Der No-Make-up-Look wurde populär und die bunten Farben wurden von neutralen Tönen abgelöst.

Make-up heute

Heute ist Make-up so individuell, variabel und offen wie nie. Jede*r kann alles tragen – von dezenten bis glamourösen Looks ist alles erlaubt. Make-up wird mittlerweile für Menschen aller Geschlechter, Hautfarben und Altersgruppen angeboten. Die Vielfalt der Produkte spiegelt eine breitere Akzeptanz und ein breiteres Verständnis von Schönheit wider. Dennoch gibt es weiterhin wechselnde Trends, die oft von Stars und Popkultur beeinflusst werden.

Zudem achten wir mittlerweile mehr auf die Inhaltsstoffe sowie auf den Einfluss auf Umwelt und Tierwohl. Denn wir sind zunehmend besorgt über die Auswirkungen von Schminke auf die Natur und die Tierwelt. Es gibt einen starken Trend zu nachhaltigen Verpackungen und veganen Produkten ohne Tierversuche.

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