675 Tonnen Müll, davon die Hälfte aus Plastik, landen laut einer Schätzung der internationalen Meeresschutz-Organisation „Oceana“ stündlich in unseren Meeren und Ozeanen. Dass diese immensen Mengen an Müll nicht nur eine Gefahr für Fische und Co. darstellen, sondern unser gesamtes Ökosystem gefährden, ist uns wohl allen bewusst. Was aber kann man als Einzelner tun?
Meeresschutz braucht Unterstützung
Es gibt unzählige lokale und internationale Organisationen, die sich für den Schutz der Meere stark machen. Solche Projekte sind stets auf die Hilfe der Gesellschaft angewiesen. Um dir einen Überblick zu verschaffen, möchten wir dir unsere Top 7 Meeresschutz-Projekte vorstellen. Womöglich ist eines dabei, das du – in welcher Form und in welchem Ausmaß auch immer – unterstützen möchtest.
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Trendbox entdecken4ocean – 1 Armband für 1 Pfund Müll
Das Team von 4ocean organisiert regelmäßig Müllsammelaktionen und ist dabei international unterwegs. Die sogenannten Cleanups finden sowohl an den Stränden entlang der Küsten als auch auf den Meeren statt. So wird nicht nur verhindert, dass weiterer Müll in die Meere gelangt, sondern auch der Müll aus dem Wasser beseitigt. Unterstützen kannst du dieses Projekt durch den Kauf eines schicken Armbandes. Damit finanzierst du die Beseitigung von durchschnittlich einem Pfund Müll von Stränden und aus Meeren weltweit. Das Armband besteht zu 100 % aus recyceltem Material. Die Perlen wurden aus alten Glasflaschen gefertigt, das Band aus recycelten Plastikflaschen.

Die Seekuh – das weltweit erste Müllsammelschiff
Im September 2016 fand die Schiffstaufe des ersten Müllsammelschiffs statt. Der Katamaran namens Seekuh wurde vom Verein „One Earth – One Ocean“ in Auftrag gegeben und von einer Lübecker Werft umgesetzt. Das Prinzip dahinter ist einfach: Zwischen den beiden Rümpfen des Katamarans befindet sich eine bewegliche Netzkonstruktion. Mit dieser wird der an der Oberfläche treibende Müll eingesammelt. Dabei fährt das Schiff mit gerade mal zwei Knoten – was etwa vier km/h entspricht –, wodurch den Fischen genug Zeit bleibt, um dem Netz auszuweichen. Neben Müll kann die Seekuh auch Chemikalien und Öl aus dem Wasser filtern und trägt dadurch gleich auf mehreren Wegen zum Meeresschutz bei. Ihre ersten Einsätze hatte die Seekuh in der deutschen Ostsee und 2018 vor der Küste Hongkongs.
Healthy Seas – vom Fischernetz zur Socke
Bei Healthy Seas arbeitet eine NGO mit zwei Unternehmen zusammen. Das gemeinsame Ziel: die Ozeane von Müll und vor allem von alten Fischernetzen zu befreien. Pro Jahr landen laut einer Studie der Welternährungsorganisation FAO rund 1.250 Kilometer solcher „Geisternetze“ allein in den Gewässern Europas. Fische, Seevögel und andere Meeresbewohner wie beispielsweise Schildkröten verfangen sich in solchen Netzen und verenden qualvoll. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, entfernen Taucher der Initiative Healthy Seas solche Netze. Die eingesammelten Netze werden dann recycelt und zu Nylongarn weiterverarbeitet. Es entstehen Teppiche, Sport- und Badebekleidung und auch Socken, die deine Füße warmhalten. Die Produkte sind nicht nur stylisch, sondern erzählen auch eine Geschichte: vom Müll zum Kleidungsstück.
The Ocean Cleanup – von der Idee zur Sensation
Mit gerade mal 17 Jahren hatte der Niederländer Boyan Slat die Idee zu diesem Projekt: Eine riesige, auf der Oberfläche treibende Schwimmbarriere soll Müll auffangen. Durch ein Crowdfunding war es möglich, seine Idee für den Meeresschutz zu verwirklichen. Die Konstruktion macht sich die natürliche Meeresströmung zunutze. Durch diese wird der Müll in die v-förmigen „Arme“ getrieben und dort gesammelt. Durch dieses System können immense Flächen gereinigt werden. Ende 2017 startete der erste Test im Nordpazifik.
Dieses beeindruckende Projekt kannst du neben Spenden auch durch den Kauf verschiedener Merchandise-Produkte unterstützen.
Stand heute (September 2026): Laut The Ocean Cleanup ist seit 2023 das größere System 03 im Great Pacific Garbage Patch im Einsatz. Zusätzlich fangen sogenannte Interceptors in Flüssen Müll ab, bevor er ins Meer gelangt – etwa in Malaysia, Guatemala, Thailand und Jamaika.
Surfrider Foundation – Bewusstsein schaffen für den Meeresschutz
Ursprünglich ein Zusammenschluss lokaler Surfer, heute eine in 14 Ländern tätige Organisation mit mehreren Tausend Mitgliedern: Die Surfrider Foundation nimmt sich mehrerer Probleme an, darunter auch die zunehmende Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll. Ihr Ziel ist der Schutz und Erhalt der Ozeane und Küsten. Durch Bildungs- und Bewusstseinsaktionen möchte die Organisation Verantwortung für den Schutz der Meere schaffen. Um für dieses Thema zu sensibilisieren, arbeitet die Surfrider Foundation auf allen Ebenen: von der lokalen bis hin zur politischen. Auch tritt sie oft als Vermittlerin zwischen verschiedenen Parteien – etwa Politik und Anwohnern – auf, wenn Entscheidungen im Bereich Umwelt getroffen werden sollen.
Auch in Deutschland ist die Surfrider Foundation vertreten und stets auf der Suche nach Freiwilligen und Unterstützern.
International Coastal Cleanup Day – gemeinsam Müll sammeln
Jedes Jahr im September findet der International Coastal Cleanup Day statt. Seit Jahrzehnten ruft die US-amerikanische Umweltorganisation „Ocean Conservancy“ Menschen weltweit dazu auf, an diesem Tag selbst aktiv zu werden und die Strände und Gewässer von Müll zu befreien. Der deutsche Naturschutzbund NABU ist seit dem Jahr 2010 auch dabei. Ganz nach dem Motto „Gemeinsam macht’s mehr Spaß!“ wird so jährlich ein ganzer Tag dem Meeresschutz gewidmet. Jede helfende Hand zählt!
Seabin – der Mülleimer im Hafen
Beim Schlendern am Hafen ist er dir beim Blick zwischen die Boote bestimmt auch schon aufgefallen: umhertreibender Plastikmüll in allen Farben und Formen. Genau dieses Problem wollen zwei Australier mit dem von ihnen entwickelten „Seabin“ angehen. Diese „Mülleimer“ treiben an der Oberfläche und saugen mithilfe einer Pumpe den im Wasser treibenden Müll ein. Dieser wird im Sammelbehälter aufgefangen und kann so richtig entsorgt oder recycelt werden. Zudem kann der Seabin dazu genutzt werden, Öl aus dem Wasser zu filtern.
Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne kamen die Seabins 2017 auf den Markt. Vielleicht entdeckst du ja schon den einen oder anderen bei deinem nächsten Ausflug zum Hafen. Laut Seabin sind allein im Hafen von Sydney heute 21 Seabins im Einsatz (Stand September 2026).




